Schlacht bei Kolin 18. 06. 1757

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 18. Juno 2007 jährt sich zum 250 zigsten mal die Schlacht um Kolin. Ich möchte hier nicht die ganze Schlacht rezensieren, sondern mich auf die Gedenkveranstaltung vom 13.06.2007-17.06.2007 in Krechor bei Kolin beschränken. Den Hergang und Verlauf am 18.06.1757 ist in diverser Literatur besser und ausführlicher beschrieben und soll hier nicht Gegenstand meiner Ausführungen sein.

Die Hauptveranstaltung begann mit der Einquatierung am 15.06.2007 der anreisenden zivil und militärhistorischen Traditionsvereine aus Österreich, der CSR, Polen und Deutschland, es waren ca. 30 Vereine angereist.  Nach dem Aufbau des Biwak wurde die Verpflegung aus gegeben, Brot gebacken nach Rezepten um 1757, Fleisch pro Mann 0,5 kg am Tag, das Gott lob noch nicht so alt war, Wurst, Kartoffeln und Zwiebeln, unsere Marketenderinnen hatten alle Händevoll zutun um uns etwas schmackhaftes daraus zu zaubern.

 

 

 

 

 

 

 

 

Um 21.00 Uhr wurden  Vorbereitungen für die erste Schlachtnachstellung im Ort  Radovesnice getroffen und es ist schon beeindruckend mit welcher Selbstverständlichkeit in der CSR, man mitten im Dorfkern Schlachtnachstellungen durchführen kann, mit 6 Kanonen und 150 mitwirkenden Infanteristen, Grenadieren und Musketieren kann man nur sagen "Hut, Dreispitz ab". Leider war der Weg zum Gefecht etwas lang und auch sehr hügelig, so das wir beim Transport unserer Kanone mit voller Munitionskiste ganz schön geschlaucht waren. Nach einnehmen der Ausgangsstellung durch die Kanonen begann das Artilleriegefecht worauf dann die Infanterie ihren Angriff vortrug die ganze Veranstaltung dauerte ca. 1 Stunde und endete unter Beifall der anwesenden Zuschauer aus Radovesnice und Umgebung beim wohl verdienten Bierchen.      

Der 16.06.2007 begann mit der Kommandeursberatung, wo der Ablauf des Tages bekannt gegeben wurde. Nach dem Frühstück wurde ein Großteil der anwesenden Truppenteile nach Kolin verlegt, wo eine Parade zum Marktplatz mit anschließenden Museumsbesuch durchgeführt wurde. Gegen 14.00 Uhr begann der Aufmarsch aller Truppen zur Gedenkveranstaltung am Denkmal auf der Krechorshöhe . Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch 12 Kanonen, die 36 Ehrensalutschüsse abgaben. Bei anschließenden Appell wurden die Gefallenen beider Seiten geehrt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegen 17.00 Uhr begann dann die offizielle Schlachtnachstellung " Der Angriff auf Krechor" ! Der Verlauf war der echten Schlacht nach empfunden die preussischen Truppen marschierten auf der Kaiserstraße Richtung Krechor und gingen dann zum Gefecht über, nach Artillerievorbereitung bekann der Angriff durch die Infanterie . Das ganze Geschehen wurde durch eindrucksvolle pyrotechnischen Effekten unterstütz ebenso  war die musikalische Unterstützung sehr passend ausgewählt. Bei der Erstellung des Nachbaus des Dorfes Krechor hat man sich besonders viel Mühe gegeben. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurden alle anwesenden und mitgewirkten Vereine den anwesenden ca. 2000 Zuschauern, durch den Chef des Biwaks und Oberst des IR Teutschmeister Jiri Sissak vorgestellt.                                  

Um 23.00 Uhr wurde durch die königl. preuss. Festungsartillerie zu Cuestrin und Unteroffizier Alfred Hentrich mit Böllerschüssen das Feuerwerk eingeleitet.

Am 17.06.2007 wurde um 10.00 Uhr eine feierliche Enthüllung einer Gedenktafel im Ort Losany durch geführt, nach dem Aufmarsch der anwesenden Truppen wurde durch den Bürgermeister die Gedenktafel enthüllt. Die Kranzniederlegung bei der alle Kommandeure anwesend waren, wurden diese dann noch mit dem Orden " Kolin 2007 " ausgezeichnet. Oberst Sissak bedankte sich nochmals für die tatkräftige mithilfe der Vereine beim gelingen der an diesen Wochenende durchgeführten Veranstaltungen und wünschte uns allen eine gute Heimreise.

Aus meiner persönlichen Sicht war es eine gelungene Veranstaltung und ich glaube das wir allen gezeigt haben das Geschichte nicht nur in Schulbücher stattfinden sollte, sondern durch unsere Darstellungen auch physisch erlebbar und verstehbar wird. Wir wollen die militärische Geschichte des 18. Jahrhunderts nicht verherrlichen, sondern zeigen das es ein blutiges unvorstellbares Gemetzel war wo ca. 80000 Mann sich gegenseitig ausgelöscht haben. Die Bilanz der Schlacht von Kolin am 18.06.1757 waren 22768 Tote zusammen auf beiden Seiten und das in nur 6 Stunden !!!

Man kann über Friedrich den Großen geteilter Meinung sein aber selbst ein sozialistischer Politiker und Marxist Franz Mehring, 1846-1919 sagt über ihn : " Unter den verkommenen Fürsten seiner Zeit war Friedrich in seiner Art ein ganzer Kerl.... Sein Glück machte ihn nicht übermütig. Und das Unglück trug er mit Standhaftigkeit, die respektabel war. Die blödsinnige Verschwendung der damaligen Höfe hielt er sich vom Leibe und namentlich auch den Tand des Größenwahns."